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Narkosetechniken

- Analgosedierung - Spinal-Peridural - Plexus - Peripher - Tumeszenz -
Postoperative Schmerztherapie


Allgemein:


Von der Narkose hat wohl jeder schon einmal gehört, oder selbst eine bekommen.
Wir wenden die Narkose in der Regel an, wenn andere Verfahren nicht ausreichen oder vom Patienten eine Narkose gewünscht wird.
Wie überall, ist auch hier die richtige Vorbereitung von allergrößter Bedeutung. Daher ist es erforderlich zum Narkoseaufklärungsgespräch Blutwerte, EKG und eine Beurteilung des Hausarztes über den Gesundheitszustand mitzubringen. Nach Erhebung der Anamnese und Auswertung aller Befunde, schlagen wir Ihnen dann die möglichen Betäubungs / Narkosemöglichkeiten vor und empfehlen ein Verfahren.

Konventionell wird die Menge an Narkose- und Schmerzmittel nach ihrem Gewicht berechnet. Durch neuste Medikamente ist hier sichergestellt, dass ein „aufwachen“ während der Operation nicht mehr vorkommt. Jedoch ist jeder Patient unterschiedlich und nicht jeder 70 kg Patient reagiert gleich. Mittels modernster Geräte, bei denen die Aktivität des Gehirns ( EEG ) und der Muskeln( EMG ) während der Narkose in Relation zueinander gesetzt werden, kann man die individuelle Narkosetiefe bestimmen ( CSI - Cerebral State Index ) . Dieses Verfahren hilft in der Regel ca. 20 – 40 % der Medikamente einzusparen. Wir führen dieses Verfahren seit langem durch,  haben beste Erfahrungen damit gemacht und können es nur wärmstens weiterempfehlen. Die Medikamenteneinsparung führt zu deutlich schnellerer Erholungsphase nach der Operation.

Während der Allgemeinanästhesie werden das Bewusstsein und das Schmerzempfinden vollständig ausgeschaltet. Sie schlafen so tief, dass wir ggf. Ihre Atmung unterstützen müssen. Hierzu wird in der Regel eine Gummimaske ( Larynxmaske ) ( Bild mit Querschnitt LAMA ) in den Rachenraum, oder ein Plastikschlauch in die Luftröhre ( Endotrachealtubus ) ( Bild TUBi ) eingeführt.

 

 
Endotracheal - Tubi
 
Larynx-Masken

Diese Maßnahmen werden Sie nicht mitbekommen da sie erst durchgeführt werden, wenn Sie tief schlafen. Aber sowohl die Larynxmaske, als auch der Tubus sind Fremdkörper im Hals und können nach der Operation zu Schluckbeschwerden, Heiserkeit, sehr selten auch zu Verletzungen im Rachen und an den Stimmritzen führen.
Die Narkose wird durch kontinuierliche Gabe von Schlaf- und Schmerzmittel aufrechterhalten. Während der ganzen Zeit werden alle wichtigsten Körperfunktionen überwacht. Ein Anästhesist ist ununterbrochen bei Ihnen und sorgt dafür, dass alles gut verläuft.
Wir verwenden ausschließlich die modernsten und verträglichsten Medikamente für die Narkose, welche Übelkeit und Erbrechen auf ein Minimum reduzieren. Falls Sie hierzu neigen, sollten Sie die Möglichkeit einer Akupunktur gegen Übelkeit in Betrachtziehen. Diese wird von uns angeboten und hilft effektiv und ohne weitere Medikamentenbelastung ihres Körpers, Übelkeit zu verhindern ( Siehe auch Wahlleistungen ) .

Nach der Narkose werden Sie sehr schnell wieder wach sein. Einige Minuten nach der Operation sind Sie wieder so ansprechbar, dass Sie die Augen öffnen. Die Maske / der Tubus sind zu dieser Zeit schon aus dem Mund entfernt. Sie werden ihn also gar nicht mitbekommen.
Erinnern können Sie sich an diese Zeit noch nicht, aber Ihr Augenaufschlag ist für uns ein Zeichen dafür, dass Sie wach genug sind um in die Aufwacheinheit gebracht zu werden. Hier wird der Kreislauf noch weiter überwacht und sie bekommen ausreichend Schmerzmittel und Infusionen, bis sie ganz wach und kreislaufstabil sind.
Nach ca. 1 Stunde können Sie schon Tee trinken, nach 2 Stunden werden Sie in der Regel auf die Station gebracht und dürfen etwas Leichtes essen.

Komplikationen:

Die größte Komplikationsmöglichkeit bei der Narkose ist das Eindringen von Mageninhalt in die Lunge. Dies kann nur passieren, wenn Sie nicht nüchtern sind. Die Komplikationen können sehr schwerwiegend sein. Daher ist es wichtig, dass Sie 6 Stunden vor der Operation nicht essen und trinken. Ebenso ist Kaugummi kauen, Bonbon lutschen und rauchen untersagt.
Narkosen sind heutzutage sehr sicher geworden. Es passieren kaum noch Zwischenfälle, jedoch kann keine absolute Garantie übernommen werden. Während des Aufklärungsgespräches werde ich Ihnen mitteilen, welche spezifischen Gefahren möglich sind.

 


 

Analgosedierung:

Bei diesem Verfahren kommt automatisch eine Regional- / Tumeszenz- oder Lokalanästhesie mit zum Einsatz.
Es ist eine Zwischenstufe zwischen Wachheit während der Operation und Narkose. Sie bekommen starke Beruhigungs- und Schlafmittel. Die Schmerzausschaltung wird in der Regel durch die Lokalanästhesie bewirkt.
Sie schlafen die meiste Zeit, sind aber erweckbar. Schmerzen haben Sie nicht. Sie werden nicht beatmet, es wird keine Maske, oder Tubus eingelegt. Es wird ein Anästhesist kontinuierlich auf Sie aufpassen und ihren Kreislauf überwachen.
Um eine ideale Steuerung ihrer Sedierung zu gewährleisten empfiehlt es sich,  hier eine Messung der Sedierungstiefe Mittels CSI durchzuführen.   
Nach der Operation sind Sie sehr schnell wieder wach und fühlen sich gut.
Es ist das ideale Verfahren, für Patienten die Angst vor einer Narkose haben, jedoch nicht alles mitbekommen möchten.
Auch hier ist es wichtig, dass Sie nüchtern zur Operation erscheinen. 

 


 

Rückenmarksnahe Regionalanästhesie

( Spinal / Peridural )

 

Im Gegensatz zu den peripheren Regionalanästhesien zählt man die Spinal- / Periduralanästhesie zu den rückenmarksnahen Anästhesieverfahren. Fälschlicherweise wird immer wieder einmal behauptet die Anästhesie wäre im Rückenmark. Wir bringen lediglich zwischen den Wirbelkörpern hindurch in die Nähe des Rückenmarks Lokalanästhetikum. Dies wirkt dann auf die gesamte untere Körperregion. Die Betäubung steigt bis ungefähr Rippenbogen an und lässt nach ca. 2 - 4 Stunden ( je nach Medikament ) wieder nach.
Je nach Methode wird bei der Spinalanästhesie die Hirnhaut durchstochen und das Lokalanästhetikum direkt an die Nerven gespritzt ( 2-4 ml Lokalanästhesie ) , bei der periduralen Anästhesie wird das Lokalanästhetikum um die Hirnhaut herumgespritzt (15-20 ml Lokalanästhesie ) . Letztere Methode hat den Vorteil, dass ein Katheter eingelegt werden kann, der auch nach der Operation mit Schmerzmitteln gefüllt wird.

<- Hier sehen Sie die verschiedenen Zugangswege

Diese Methoden werden zur kompletten Ausschaltung der unteren Körperregionen eingesetzt, wenn z.B. Knieprothesen, oder Hüftprothesen eingesetzt werden sollen.
Wichtig ist hier, dass Sie 5 Tage vor der Operation kein ASS eingenommen haben und die Gerinnungswerte im Normbereich liegen.


 

Plexusanästhesien

Ein Plexus ist ein Nervenbündel, welches ganze Regionen des Körpers versorgt. Wenn die Vorraussetzungen stimmen, kann man mit diesem Verfahren z.B. gezielt den Arm, oder ein Bein betäuben.
Hierzu wird der Nervenplexus mit einer elektrischen Stimulationsnadel aufgesucht und stimuliert. Hierbei zuckt der Muskel,
der von dem Nerven versorgt wird. Dies ist nicht schmerzhaft.

Wenn die Betäubung nach ca. 20 min vollständig sitzt, kann operiert werden.
Auch dies ist ein sehr schonendes Verfahren und belastet den Körper kaum. Zur Schmerztherapie nach einer Operation kann hier unter sterilen Bedingungen ein Katheter eingebracht werden, über den dann kontinuierlich Betäubungsmittel fliesst. Dieses Verfahren macht die Verabreichung von starken Schmerzmitteln in der Regel überflüssig.


 

Periphere Regionalanästhesie

( Oder auch Lokalanästhesie. )

Hierunter versteht man das Infiltrieren des Operationsgebietes mit Lokalanästhetikum. Jeder kennt dieses Verfahren z.B. vom Zahnarzt. Man kann nun kleine Areale infiltrieren, oder gezielt einzelne Nerven blockieren. Das Lokalanästhetikum unterbricht die Reizleitung des Nerven zum Gehirn, so dass keine Schmerzinformationen mehr ankommen.
Dies ist ein sehr verträgliches Verfahren, kann jedoch nur für bestimmte kleine Operationen eingesetzt werden.
Hierzu muss nicht unbedingt Nüchternheit eingehalten werden, wenn jedoch das Verfahren nicht ausreichen sollte, wird eine Erweiterung durch essen unmöglich gemacht.


 

Tumeszenzanästhesie

Dieses Verfahren ist in der plastisch / ästhetischen Chirurgie weit verbreitet. Es wird eine Mischung aus Kochsalzlösung, Lokalanästhetikum, Adrenalin und vereinzelt auch Natriumhydrogencarbonat sowie Cortison in das Gewebe infiltriert und dieses aufgeschwemmt. Nach kurzer Zeit wird das infiltrierte Areal taub und nur noch wenig durchblutet. Wenn dies der Fall ist, kann dort schmerzfrei operiert werden. Als Patient sind Sie wach und bekommen nur ein leichtes Beruhigungsmittel.
Der Vorteil ist die Einsparung von Narkosemittel und die lange postoperative Schmerzfreiheit sowie das geringe Nachblutungsrisiko, was insgesamt mit nur wenigen Blutergüssen einhergeht.
Nachteil ist die relative Wachheit die in einigen Phasen der Operation, vor allem bei längeren Eingriffen, sehr belastend sein kann. Außerdem wirkt die Tumeszenzanästhesie nur in infiltrierten Arealen. In Randgebieten kann es zu kurzen schmerzhaften Ereignissen kommen.
Ihr Operateur wird dann sofort Lokalanästhetikum nachgeben.

Meines Erachtens ist als Kombination zur Tumeszenz die Analgosedierung in Verbindung mit CSI ideal, da somit belastende sowie schmerzhafte Phasen der Operation überbrückt werden können.